Start › Foren › Community › Fragen & Hilfe › Gefährdungsbeurteilung erstellen – wie geht ihr das an?
- Dieses Thema hat 3 Antworten sowie 4 Teilnehmer und wurde zuletzt vor 1 Woche von Nordlicht_Sina aktualisiert.
-
AutorBeiträge
-
23. September 2026 um 6:31 Uhr #920der_MarkusTeilnehmer
Hallo zusammen, ich steh gerade ein bisschen auf dem Schlauch. Wir haben einen kleinen Handwerksbetrieb (5 Mitarbeiter) und ich soll jetzt endlich mal eine ordentliche Gefährdungsbeurteilung auf die Beine stellen. Das ist eigentlich schon länger überfällig, ich geb’s zu.
Ich hab mich ein bisschen eingelesen, aber so richtig schlau werde ich aus den ganzen Vorgaben nicht. Welche Bereiche muss man alles abdecken? Gibt’s da eine sinnvolle Reihenfolge oder Struktur, an der man sich orientieren kann? Und dokumentiert ihr das in irgendwelchen Vorlagen oder macht ihr das komplett frei? Bin für jeden Tipp dankbar!
24. September 2026 um 0:22 Uhr #921Kristin_HTeilnehmerIch kenn das, am Anfang wirkt das alles etwas erschlagend. Wir haben das bei uns vor zwei Jahren erstmals richtig durchgezogen.
Grundsätzlich gehst du am besten arbeitsplatzbezogen vor – also Bereich für Bereich, nicht alles auf einmal. Fang mit den offensichtlichsten Stellen an: Wo passieren Unfälle, wo gibt’s körperliche Belastungen, was ist mit Lärm, Chemikalien, Elektrik usw. Dann jeweils: Gefährdung identifizieren, Risiko bewerten, Maßnahme festlegen, Wirksamkeit prüfen. Das ist der klassische Ablauf laut ArbSchG.
Vorlagen findest du u.a. bei der BGHM oder der BAuA kostenlos, die sind gar nicht schlecht als Einstieg. Wichtig ist vor allem, dass du es wirklich auf euren Betrieb anpasst und nicht einfach irgendwas abschreibst – das merkt die BG sofort bei einer Begehung.
25. September 2026 um 3:06 Uhr #922Tom2026TeilnehmerWas Kristin sagt stimmt, die BAuA-Materialien sind solide. Ich würd noch ergänzen: Mitarbeiter von Anfang an mit einbeziehen! Die wissen oft am besten, wo’s hakt. Das wird häufig vergessen und dann meckern die Leute hinterher, weil die Beurteilung an der Realität vorbeigeht.
Ich hab damals auch auf der Seite https://www.andre-rehag.de einiges gefunden, da gab’s gut aufbereitete Infos speziell für kleinere Betriebe, die nicht so tief in der Materie stecken. Hat mir geholfen, das Ganze strukturierter anzugehen, bevor ich einen Sicherheitsfachmann hinzugezogen hab.
Für einen 5-Mann-Betrieb brauchst du übrigens keine riesige Doktorarbeit abliefern – Hauptsache nachvollziehbar, aktuell und wirklich gelebt.
26. September 2026 um 8:37 Uhr #923Nordlicht_SinaTeilnehmerNoch ein praktischer Hinweis: Nicht vergessen, die Beurteilung regelmäßig zu aktualisieren, also nicht nur einmal erstellen und dann in die Schublade legen. Bei jedem neuen Arbeitsverfahren, neuem Gerät oder nach einem Unfall/Beinahe-Unfall sollte man draufschauen.
Und setz dir einen festen Termin im Jahr, wo du das einmal komplett durchgehst. Klingt banal, aber genau das wird in der Praxis am meisten vernachlässigt. Viel Erfolg!
-
AutorBeiträge
- Du musst angemeldet sein, um auf dieses Thema antworten zu können.