Einen Balkon nachträglich im Eigenheim anbauen

Entspannen auf dem Balkon
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In den warmen Monaten des Jahres ist ein Balkon in jeder Wohnung etwas ganz Besonderes. Die ersten Sonnenstrahlen des Tages beim Frühstück oder den Sonnenuntergang bei einem Drink genießen sind nur einige der Möglichkeiten. Sonnen, Entspannen, gemeinsames Grillen oder der nachmittägliche Kaffeeklatsch – so ein Balkon ist vielseitig einsetzbar. Heute gehört er in der Stadt ganz oft mit zum Bild dazu. Zum einen gewinnt eine Wohnung durch einen solchen Balkon an Wert und kann zu höheren Preisen verkauft und vermietet werden, zum anderen ist die Lebensqualität mit einem Balkon ganz klar höher. Ein Balkon kann zum Glück auch nachträglich angebaut werden. Dabei sind allerdings einige Aspekte zu beachten, damit mit dem Anbau auch alles problemlos klappt.

Wichtige Überlegungen vor dem Anbau von einem Balkon

Im ersten Schritt ist immer zu überlegen, wie es um die Bausubstanz von dem Gebäude steht. Ausschlaggeben ist beispielsweise, ob es sich um einen Altbau handelt: Bei einem Zeitraum von rund 30 Jahren oder mehr hat die Bausubstanz in vielen Fällen bereits gelitten. Dann ist es sehr wichtig, dass die Möglichkeit für einen Balkon gut überprüft wird. Dafür ist ein Fachmann von Bedeutung. Darüber hinaus ist eine Genehmigung für den Bau von einem Balkon erforderlich. Und was ist mit den Nachbarn? Damit es zu keinen Schwierigkeiten im Rahmen vom neuen Wunschbalkon kommt, sollten somit einige Dinge beachtet werden.

Zu den wichtigsten Dingen rund um den Bau gehören:

  • Kontaktaufnahme mit einem Architekten oder Betonbauer. Dies beinhaltet dann auch eine mögliche Überprüfung der Bausubstanz zum Einschätzen der genauen Möglichkeiten.
  • Beantragung der Baugenehmigung für den Balkon.
  • Jetzt geht es an die Überlegung zur Form, zur Gestaltung und zum Material. Im nächsten Schritt erfolgt die Vergabe des Auftrags nach gründlicher Überlegung.
  • Gespräche mit den Nachbarn. Dadurch können Konflikte von Anfang an vermieden werden.
  • Montage des Balkons durch erfahrene Fachleute.

Montage und Vorgehensweise für den Anbau

Beratungsgespräch
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Die nachträgliche Montage von einem Balkon erfordert auch die Überlegung zur genauen Gestaltung. Es hängt immer von der genauen Etage, von den Möglichkeiten und von den übrigens Bewohnern ab. Wollen die Nachbarn vielleicht ebenfalls einen Balkon haben? Ist eine grundsätzliche Arbeit an der Fassade inklusive Dämmung geplant? Dann wäre genau der richtige Zeitpunkt für den Anbau von einem Balkon gekommen. Es hängt also auch immer davon ab, ob für eine einzelne Wohnung oder für viele Wohnungen ein Balkon geplant ist. Davon abhängig sollte eine Entscheidung für die entsprechende Bauweise getroffen werden. Beim gemeinsamen Bau mit weiteren Besitzern anderer Wohnungen im Haus ist zum Teil auch eine Ersparnis möglich.

Ein Balkon zum Vorstellen

Es gibt verschiedene Balkontypen, die nicht freitragenden Balkone stellen eine beliebte Option dar. Grundsätzlich wird hier in einen Vorstellbalkon und einen Anbaubalkon unterschieden. Der Vorstellbalkon wird quasi nur vor ein Haus gestellt und bietet eine selbst tragende Konstruktion. Auf insgesamt 4 Stützen ist das Gewicht verteilt. Da nur wenige Verankerungspunkte mit der Fassade vorhanden sind, kann dieser Balkontyp ganz unabhängig von Statik oder Stärke des Mauerwerks aufgestellt werden. Ideal ist ein Vorstellbalkon auch dann, wenn mehrere Wohnungen im Haus einen solchen erhalten sollen. So können drei Stockwerke übereinander ohne Probleme einen Balkon erhalten.

Der Anbaubalkon kommt gerade bei modernen Gebäuden vor und stellt die beliebteste Option überhaupt dar. In diesem Fall besteht eine direkte Verbindung von dem Gebäude mit der Traglast. Rostfreie Verankerungen sind erforderlich und die Mauer des Gebäudes muss mit der entsprechenden Traglast ausgestattet sein. Allerdings wird beim Anbaubalkon mit Stützen gearbeitet. Diese sorgen durch ein Punktfundament für Halt und geben der Konstruktion eine gute Portion Stabilität. Die Bauweise eignet sich durch die wandseitige Last somit nur für Bauwerke, die mit einem entsprechend stabilen Mauerwerk versehen sind.

Der freitragende Balkon

Neben den Balkontypen zum Vorstellen gibt es aber auch noch die Option von einem freitragenden Balkon. Ein solcher freitragender Balkon kommt zum Beispiel dann zum Einsatz, wenn eben keine Stützen vorhanden sein sollen. Dann wird der Balkon nachträglich direkt an die Fassade gehängt. An der Fassade werden Träger befestigt. Diese nehmen auch das Gewicht von dem nachträglich angebauten Balkon auf. Ganz wichtig für einen freitragenden Balkon ist ein absolut stabiles und starkes Mauerwerk. Schließlich muss die Fassade das ganze Gewicht tragen können – ohne das Stützen dabei helfen.

Bedingungen vom Gebäude beachten

Sonnen auf dem Balkon
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Die genaue Bauweise vom Balkon und der jeweilige Typ hängen also nicht nur mit dem eigenen Geschmack zusammen. Vielmehr ist es ganz wichtig, dass die Bedingungen des Bauwerks genau betrachtet werden. Darüber hinaus ist es immer sinnvoll, sich von Anfang an mit den Nachbarn auszutauschen. Ein solcher nachträglicher Anbau kann sonst den Hausfrieden empfindlich stören. Bei einer Wohnung mit Fenstern in mehreren Ausrichtungen sollte der Stand der Sonne ebenfalls nicht ausgeblendet werden. Ein Balkon in Richtung Norden wird in jedem Fall nicht besonders viele Fans gewinnen können. Die grundsätzlichen Bedingungen vom Gebäude und die genaue Lage der Wohnung sind daher bei einem solchen Anbau immer mit zu bedenken.

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